Luca Anschel im Interview – Ein Praxisbeispiel zur Digitalisierung im Handwerk

Auch für Handwerksbetriebe ist es heutzutage wichtig einen Schritt in Richtung Digitalisierung zu gehen. Luca Anschel zeigt mit seinem Instagram-Account creativluca wie das funktioniert. Der auszubildende Maler und Lackierer im elterlichen Betrieb CASA Malerfachbetrieb liefert auf seinem Kanal Einblicke aus seinem Arbeitsalltag. Unserer Meinung nach ein Musterbeispiel für gelungenes Selbstmarketing.

Quelle: Instagram @creativluca

Wolltest du schon immer in den Betrieb deines Vaters einsteigen oder hattest du andere Pläne?

Um diese Frage zu beantworten muss ich etwas weiter ausholen. Nachdem ich meinen Realschulabschluss in der Tasche hatte, wusste ich zunächst nicht, wie es jetzt für mich weitergeht: Ausbildung, Schule – oder vielleicht doch ein FSJ?

Schon zu diesem Zeitpunkt überlegte ich, in die Firma meines Vaters einzusteigen, allerdings war ich mir anfangs nicht zu 100% sicher. Nicht, weil ich mir unsicher war, ob es mir Spaß machen würde, sondern einfach weil ich zu diesem Zeitpunkt dieselbe Denkweise über das Handwerk hatte, wie die meisten Anderen auch, die damit nicht allzu viel am Hut haben. Eigentlich war ich mir sogar im Klaren, dass es mir viel Freude bereiten würde mit den Jungs zu arbeiten, meinen Vater auf Termine zu begleiten und das Ding irgendwann mal alleine zu rocken. Trotzdem entschied ich mich damals für das, was irgendwie alle machen, wenn sie nicht wissen wie es weiter gehen soll – und zwar für den Weg zum Abitur. Also ging ich auf eine Privatschule…

…Relativ schnell wurde mir jedoch klar, dass es vielleicht doch nicht die richtige Entscheidung gewesen ist. Nach ca. einem Jahr – wenn nicht schon früher – begannen die Gespräche über den Abbruch der Schule und den Einstieg in den CASA Malerfachbetrieb meines Vaters. Anfang des zwölften Schuljahres fing ich an mit meinem Klassenlehrer darüber zu sprechen und auch er merkte wie unmotiviert ich mit der Zeit wurde. Wir gingen die unterschiedlichen Möglichkeiten durch und ich entschied mich gemeinsam mit meinen Eltern für das Fachabitur in Kombination mit einer Ausbildung zum Maler und Lackierer. Seit September 2018 bin ich nun dabei und es war definitiv die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können.

Du wirst demnächst regelmäßig über deinen Handwerker-Alltag bloggen. Warum hast du dich entschieden, einen Blog zu starten?

Ich bin der Meinung, dass das Handwerk (insbesondere in meiner Generation) in der Vielfalt und den Möglichkeiten etwas zu erreichen stark unterschätzt wird. Deshalb denke ich, dass Social-Media-Plattformen perfekt dafür geeignet sind, diese Branche in Szene zu setzen und den jungen Leuten nahezubringen.

Außerdem merke ich durch meinen Instagram-Account, dass das Handwerk immer mehr Akzeptanz findet und extrem spannend ist. Aus diesem Grund möchte ich weiterhin viel von meinem Azubi-Leben teilen, um im Endeffekt noch mehr Menschen zu erreichen. Vielleicht gelingt es mir, die Denkweise der Gesellschaft über das Handwerk ein wenig zu verändern.

Kann die Digitalisierung deine Arbeit erleichtern oder dich bei der Arbeit unterstützen?

Logisch – Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass die Digitalisierung mir helfen bzw. mich unterstützen kann. Allerdings versuche ich während der Arbeit mein Handy wirklich nur für meine Instagram-Stories zu benutzen. Ansonsten würde ich mich wahrscheinlich zu stark davon ablenken lassen. Allerdings freue ich mich dann doch auch, wenn ich in meiner Freizeit am Handy sehe, was die Kollegen den Tag über gemacht haben. Dadurch bekommt man super Eindrücke und lernt zum Teil noch etwas dazu.

Wie wird in eurem Malerfachbetrieb die Digitalisierung angepackt? Was würdest du verändern?

Ändern würde ich bei uns dahingehend ehrlich gesagt nichts. Wir gehen mit der Zeit und ich bin froh, dass wir medial gut aufgestellt sind. Inzwischen sollte man das auch sein, um da den Sprung nicht zu verpassen, denn jetzt beginnt die Zeit, in der immer mehr Handwerksbetriebe auf Instagram und Co. aktiv werden. Mein Vater hat mir die Aufgabe überlassen, mich um unsere Social-Media-Aktivitäten zu kümmern. Ich denke, dass wir dadurch einen noch moderneren Eindruck beim Kunden hinterlassen und ich glaube, das ist innerhalb der Digitalisierung eine der wichtigsten Komponenten. Allgemein bin ich froh darüber, dass die Digitalisierung in der Handwerksbranche voranschreitet. Diese stellt meiner Meinung nach eine große Chance für die Betriebe und das Handwerk dar, sich in Szene zu setzen.

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