Baumängel

Baumängel vermeiden: Was gilt es zu beachten

Die Zahlen sind alarmierend. Seit 2006 hat sich die Anzahl der Bauschäden beim Neubau von Wohngebäuden stark erhöht. Innerhalb von zwölf Jahren sind die durchschnittlichen Bauschadenskosten von 49.000 Euro auf aktuell 84.000 Euro gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von 89 Prozent, wie der Bauherren-Schutzbund (BSB) in einer Pressemitteilung zum Bauschadenbericht 2018 schreibt. Um solchen Problemen entgegenzuwirken, empfiehlt sich die Verwendung einer Software zur Baustellendokumentation. Wird eine Baustelle richtig dokumentiert, können Mängel rechtzeitig erkannt und dadurch vorzeitig ausgebessert werden.

Feuchtigkeit und nicht vorschriftsmäßige Ausführung

Als Gründe für die Entwicklung nennt der gemeinnützige Verein, der private Bauherren und Kapitalanleger bundesweit unabhängig berät, die hohe Marktauslastung, den Fachkräftemangel und eine unzureichende Planung. Besonders mangelhaft waren demnach Dächer, Decken, Fußböden, Wände und die Haustechnik. Die häufigsten Schäden entstanden durch eindringende Feuchtigkeit, nicht vorschriftsmäßige Ausführung, Maßfehler, Risse und falsche Abdichtungen.

„Bauen wird durch höhere gesetzliche Anforderungen und komplexere Bauteile immer komplizierter. Dadurch steigt auch die Fehleranfälligkeit bei der Planung und Bauausführung“, so Bauherren-Schutzbund-Geschäftsführer Florian Becker. Der Bauschadenbericht 2018, eine 34-seitige Studie, wurde vom Institut für Bauforschung e.V., Hannover im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes erstellt. In ihr wurde die Entwicklung der Bauschäden sowie der Bauschadenskosten 2018 analysiert.

Dass Baumängel ein grundsätzliches Problem darstellen, ist nichts Neues. Denn ein Haus, das frei von Mängeln ist, muss erst noch gebaut werden, wie Experten sagen. Allgemein ist ein Baumangel ein Sachmangel. Das bedeutet, dass der gegenwärtige Zustand (Ist-Zustand) vom geplanten Zustand (Soll-Zustand) abweicht.

Doch wann ist eine vom Handwerker erbrachte Leistung korrekt und wann weist sie Mängel auf?


      BGB- oder VOB/B-Vertrag?      

Paragraf zu Baumängel, BGB- oder VOB/B-Vertrag?

Wichtig ist, welche rechtliche Regelung bei einer Bauleistung vereinbart wird. Prinzipiell gilt: Liegt keine besondere vertragliche Vereinbarung vor, gilt bei einer Bauleistung immer das Werkvertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Da das BGB jedoch sämtliche Arten von Werkverträgen branchenunabhängig abdeckt, empfiehlt es sich Bauleistungen nach der VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) vertraglich zu vereinbaren. Denn im Gegensatz zum Werkvertragsrecht des BGB beinhaltet die VOB/B detaillierte Regelungen für die Erstellung von Bauwerken.

Dem Thema Mängelansprüche widmet die VOB/B einen eigenen Paragrafen. In § 13 beschäftigt sie sich umfassend mit den Aspekten von Baumängeln. 

Laut § 13 Absatz 1 der VOB/B ist eine Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie:

  • die vereinbarte Beschaffenheit hat und
  • den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Ist die Beschaffenheit hingegen vertraglich nicht vereinbart worden, so ist die Leistung zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie:

  • sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst
  • für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Auftraggeber nach der Art der Leistung erwarten kann.

In der nächsten Blog-Folge gehen wir genauer auf § 13 VOB/B, Absatz 3 und VOB/B § 4 Absatz 3 sowie auf die Baumängel-Dokumentation.


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  1. […] Teil dieses Blog Beitrages sind wir bereits auf die Gründe sowie die rechtlichen Regelungen für Baumängel eingegangen. Im zweiten Teil soll nun aufgezeigt werden, wie Baumängel rechtlich definiert sind […]

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